Im Körper passiert fast nichts ohne Eisen - das Metall wird für fast 200 biochemische Reaktionen im Körper benötigt und ist an vielen wichtigen Funktionen beteiligt, darunter Energieerzeugung, Sauerstofftransport, Immunaktivität und die Herstellung von Hormonen, Neurotransmittern und DNA. Daher benötigen wir ausreichende Mengen, um eine optimale allgemeine Gesundheit zu gewährleisten.
Während die regelmäßige Eisenzufuhr in der Ernährung wichtig ist, wobei besonders Schwangere und Stillende einen erhöhten Bedarf an Eisen haben, kann es bei Eisenmangel schwierig werden, allein durch die Ernährung den Eisenspeicher auf den Normalzustand zu bringen. Aus diesem Grund wird eine orale Eisenergänzung häufig empfohlen [1].
Das Eisenbisglycinat, eine Eisen-Chelat-Verbindung, hat die höchste Bioverfügbarkeit von allen erhältlichen Eisenpräparaten, da Eisen an die natürliche Aminosäure Glycin gebunden ist. Dadurch wird es optimal über einen eigenen Transportmechanismus im Darm aufgenommen. Es wird intakt in die intestinalen Schleimhautzellen aufgenommen und das Eisen wird vom Eisenbisglycinat getrennt, gefolgt von der Verteilung an das Gewebe. Dies ermöglicht eine hohe Bioverfügbarkeit vom Eisen mit den weniger wahrscheinlichen Nebenwirkungen des Magen-Darm-Traktes. Der Hauptnachteil der traditionellen Eisenpräparate sind die häufigen gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchkoliken und Verstopfung. Dies hat einen deutlichen Einfluss auf die Therapietreue der Patienten und die Wirksamkeit des Eisenpräparats. Andererseits haben Aminosäure-chelatierte Eisenpräparate eine geringere Gastrointestinale-Nebenwirkung und eine schnellere Wirkung als herkömmliche Eisensalze [2].

Mehrere Studien zeigten auch, dass Eisenbisglycinat vom Körper auch aufgenommen wird, wenn gleichzeitig eisenhemmende Lebensmittel die Polyphenole, Phytate, Tannine sowie Calcium und Phosphat enthalten wie z.B. Kaffee, Schwarztee, Cola, Rotwein, Spinat, Rhabarber, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milch, Milchprodukte oder Ballaststoffe [3]. 

[1] Klöpfer K, et al. Reference values for oral iron absorption of bivalent iron in healthy volunteers. Swiss Med Wkly 2015;145:w14063.Melamed, N., Ben-Haroush, A., Kaplan, B. et al. Arch Gynecol Obstet (2007) 276: 601. https://doi.org/10.1007/s00404-007-0388-3

[2] Evaluation of efficacy and tolerability of ferrous bisglycinate tablets in comparison with ferrous sulphate tablets in patients with iron deficiency anemia. Saroj Singh et al. / Journal of Pharmacy Research 2011,4(8),2836-2839)

[3]Layrisse M, Garcia-Casal MN, Solano L, et al. Bioavailability in humans from breakfasts enriched with iron bis-glycine chelate, phytates and polyphenols. J Nutr 2002;130;2195-2199.